Foto: M. Mahlke

Foto: M. Mahlke

Dialektische Fotografie und die Dialektik der Fotografie

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Man kann es nicht verleugnen, es geht immer weiter.

Man/Frauman setzt dort an wo man ist und wenn sie andere Möglichkeiten bieten, werden sie auch genutzt.

So ist das auch in der Fotografie.

Erst versuchte man analoge Fotografie in die digitale Welt zu übertragen und dann ermöglichte immer neue Technik immer neue Möglichkeiten.

So geht es weiter.

Handys ermöglichten drahtlose Telefonie und Handys mit Kameras ermöglichen Fotos ohne klassischen Fotoapparat.

Drahtloses Senden ermöglicht nun das Schicken und Zeigen von Fotos.

Und neue Materialien ermöglichen nun auch neue technische und optische Produkte.

Diese haben z.T. erweiterte oder auch ganz neue Möglichkeiten und die nutzen wir wiederum.

So ergibt die Überwindung des Alten das Neue und das Neue wird das Alte und seine Überwindung das Neue. Aus dem Gegensatz zwischen alt und neu ergibt das neue Neue.

Wir können mittlerweile die soziale Wirklichkeit nicht nur mit Fotos sondern auch mit Videos aufnehmen und es gibt neue, andere, weniger oder mehr soziale Regeln.

Das Eine bedingt das Andere und das Neue bedingt als zu lösende Herausforderung das Alte.

Nur der Mensch ist gleich geblieben.

Aber weil er neuen Umgebungseinflüssen ausgesetzt ist entwickelt er neue Probleme und Krankheiten.

Wenn Menschen nur noch mit Handys rumlaufen, die Welt nur noch über Monitore wahrnehmen, zehn Stunden täglich vor Computerspielen sitzen, ungefiltert Dinge anschauen, die oft nicht der Seele zuträglich sind und keine direkte Kommunikation mehr Auge in Auge pflegen.

Dann ist auch dies eine Antwort auf das bisherige soziale Miteinander. Es ist das Neue neben dem Alten und eine Reaktion des Menschen auf seine soziale Umwelt.

So geht es weiter bis zum individuellen Ende.

Neuheit ist die neue Sucht aber das Neue ist oft nur die neuere Antwort.

So probieren wir neue Kameras aus, weil sie da sind und neue Möglichkeiten bieten.

Wir können heute grenzenlos fotografieren und kommunizieren.

Das erfordert wiederum persönliche Grenzen zu ziehen, Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit zu sehen und selbst Schwerpunkte zu setzen.

Immer wieder unaufhörlich …

Ich entscheide wann ich etwas mache oder nicht. Dies hängt aber von den sozialen Erwartungen ab – von mir und anderen.

Aber ich entscheide.

Und so ist die Fotografie eine immerwährende Bewährungsprobe für meine Einstellungen und Entscheidungen.

Die beste Unterscheidung dabei ist die zwischen meiner Innenwelt und der Außenwelt.

Was leitet mich?

Wann?

Wo?

Und so ist die dialektische Fotografie das Prinzip der persönlichen Lebensbewältigung mit der Kamera und die Dialektik in der Fotografie der Prozess der sozialen Möglichkeiten und Veränderungen durch die Fotografie – kurz gesagt.

Dabei kommt es sinnigerweise immer auf den Rahmen an als Abgrenzung, Eingrenzumg und Ausgrenzung.

Welchen Bildausschnitt nehme ich, wie rahme ich die Wirklichkeit ein – was aus dem Bereich der Fotografie nutze ich wie, wofür, wie lange und wo grenze ich mich ab und ein?

Es geht immer um den Rahmen – im Leben so wie in der Fotografie.

 

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