Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Die Welt als Fotolabor

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Nun ist es soweit. Jeder ist sein eigenes Fotolabor.

Egal ob im Smartphone oder in der Kamera – oder am Computer. Überall ist es möglich in Sekundenschnelle Fotos unendlich zu verändern. So hat diese Zeit eine neue Dimension. Wir können einerseits so viel von der Wirklichkeit aufnehmen wie nie zuvor und wir können andererseits so viel veränden wie niemals zuvor.

Und dies durchaus im doppelten Wortsinn.

Das Smartphone ist aktuell der neue Schlüssel.

Er steht aber als Symbol für neue Technologien. Ich schätze, dass in zehn Jahren das Smartphone anderen Elementen gewichen ist, vielleicht einer Art Chip mit dem man in verschiedenen Geräten alles machen kann. Es ist eine Art Super-Minicomputer, der zwischen Datenspeicherung, Datenaufbereitung, Kontakknüpfen und Kommunikation alles enthält, um gemeinsam oder einsam zu agieren.

Die Antworten werden die technischen Trends liefern.

Aber wenn wir uns die Anfänge der digitalen Zeit anschauen, dann sind die ersten Handys nach ca. zehn Jahren abgelöst worden durch Smartphones. Die ersten Digitalkameras wurden abgelöst durch die aktuellen sechs Monatsmodelle und die auf dem Chip möglichen Technologien werden quasi immer dem Gerät angepasst. Wer mehr Foto will, der erhält eine Kamera mit Bildbearbeitung und wer mehr Telefon will, der erhält ein Telefon mit Kamera und Bildbearbeitung.

Es wird auch immer die Wahl zwischen einem Gerät für alles geben und einem Gerät für nur eine Sache. Denn zumindest heute zeigt sich, dass die vielen virtuellen Kameras auf den Smartphones doch nicht das ersetzen, was ein Einzelgerät kann.

Aber die neue Sozialisation führt dazu, daß die meisten Menschen heute den Monitor als Grundelement jeglicher Kommunikation nutzen.

Der kleine Smartphonemonitor ist damit die neue Einheitsgröße für technische Geräte.

Daran muß sich auch die Fotografie orientieren. Wer dann mehr will, der landet irgendwann beim Sucher. Aber das sind eher wenige von allen, von den Fotografiebegeisterten allerdings dann doch einige mehr.

So ist der der wohl ewige Kreislauf von alt und neu.

Was wir mit diesen neuen Techniken machen, wird gerade durch die Nutzung praktiziert und diskutiert. Dazu werden ebenso Regeln aufgestellt werden wie bei allen sozialen Verhaltensweisen zwischen Menschen.

Auch hier gilt es zwischen Überwachung und Privatsphäre immer neu abzuwägen und dies wird auch damit zusammenhängen wie mächtig die Mächtigen sind und wie ohnmächtig die Ohnmächtigen. Die Rettung der Privatsphäre war bisher ein Kind der Demokratie. Ob die Faszination für die bunte neue Welt zur freiwillig praktizierten Abschaffung führt weiß ich nicht. Aber erst wenn es wehtut wird wahrscheinlich eine Gegenbewegung einsetzen, die dies alles anpackt.

 

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