Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Fotografische Arbeitsweisen am Beispiel der Stadtansichten

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Im öffentlichen Raum um uns herum finden wir auch immer eine Sprache.

Alles um uns herum spricht mit uns und wir sprechen auch damit.

Aber es sind nicht immer Töne und Texte sondern alle Sinne, die eine kommunikative Komposition ergeben.

Ein Instrument sind die Augen.

Wir sehen etwas. Wir sehen von dem, was da ist, das, was wir wahrnehmen.

Damit beginnt die Wechselwirkung zwischen dem im Kopf und dem um uns herum.

Ein Foto hat einen Rahmen.

Durch meinen Rahmen wähle ich das, was dann zu sehen ist. Ich halte ohne Worte im Bild fest, was ich sagen will.

Und weil dies alles so theoretisch ist, möchte ich nun ganz praktisch zeigen, wie bei mir bewußt Fotos entstehen, wenn es darum geht, das fotografische Pflaster von nebenan zu fotografieren:

 

1. Die Botschaft dominiert

Das Bild “Southern Mix” wurde bewusst gestaltet. Denn meine Entscheidung war nur die des Ausschnitts, die Inhalte waren vorher da und von anderen bewusst für diese Stelle gemacht. Denn diese Werbung erschien an dieser Bushaltestelle zu einer Jahreszeit ohne Sonne. Damals nahm man es unbewußt wahr – ohne das Foto würde es kaum einer Person bewußt sein.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

 

2. Der zufällig kombinierte Inhalt

Das Bild heisst “Mensch mit Hund”. Hier ist die Botschaft indirekt. Eigentlich sieht man eine interessante Bank. Aber dann sieht man mehr. Es ist aber keine bewusste Inszenierung sondern vorgefundene Realität in unserem öffentlichen Raum. Da sind tagelang tausende dran vobeigegangen.

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3. Der Ausschnitt

Hier gibt es keine direkten Botschaften. Hier gibt es nur den Bildausschnitt.  Es ist allein der Rahmen, der dies zum Foto macht. Eine Foto ohne Botschaft, das aber nicht inhaltsleer ist. Es stecken hier Inhalte drin, die der Bildausschnitt zusammenhält oder besser erst sichtbar macht.

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So entstanden bei meinen Streifzügen durch den öffentlichen Raum Fotografien, die Eindrücke festhalten und vermitteln sollen.

Es sind auch hässliche Fotos, weil das, was sie zeigen, auch hässlich ist. Leider zeigen die Fotos genau das, was uns hier umgibt. Funktionale Hässlichkeit ist eines der Merkmale, die das Neue auszeichnen, das uns umgibt und prägt. Und so sind die Fotos eine Auseinandersetzung mit dem Leben, wie wir es leben. Daher ist es auch Kunst, aber nicht einfach nur so für sich sondern für uns.

Die Fotos wurden dann kombiniert zu doppelseitigen Fotos im Fotobuch, um neue Assoziationen durch Kombinationen zu wecken und/oder durch das Blättern und das zeitliche Nacheinander.

Das Ganze ist Fotografie und das alles ist auch Kunst, todayart.

Es ist aber alles aus der Wirklichkeit gewachsen, auch die Kompositionen, so daß es sich nicht um Inszenierungen handelt, die reale Elemente haben sondern um Realität, die teilweise an Inszenierungen erinnert.

Da die Wirklichkeit bunt ist und dies alles nicht an einem Tag aufgenommen wurde, habe ich auch die digitalen Vorzüge genutzt und mit diesen drei Büchern visuell erzählt über das Bergische Land.

Betrachten Sie das Ganze als eine visuell erzählte moderne Geschichte mit einigen Kapiteln und einem Streifzug durch das, was uns umgibt.

Warum das auch Kunst ist und wie ich dazu komme, habe ich hier erläutert.

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