Fotografische Kommunikation zwischen Print und Instagram

Fotografische Kommunikation zwischen Print und Instagram

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Vor ein paar Jahren gab es Texte und Fotos dazu. Das war die Zeit der Printmedien. Dann wuchs das Web. Dort gab es dann auch digitale Texte und digitale Fotos. Und für die Fotofreunde gab es Fotocommunities wie Flickr etc.

Das Handy führte die Textkommunikation ohne Web und Print ein und das Smartphone führte die Bildkommunikation ein. Plötzlich konnte jeder nicht nur texten sondern auch mit Fotos reden.

Und das führte zu Facebook und Instagram. Facebook wurde ein Adressverzeichnis, über das man was verschicken konnte und Instagram wurde eine Möglichkeit, direkt Fotos zu teilen.

Weil immer mehr Menschen nur noch das Smartphone nutzen und wenig lesen ist die neue Kommunikation visuell mit wenig Text.

Das macht vielen Spass und dies macht den Erfolg von Instagram aus: Reden mit Fotos über sich und andere, den Voyeur dabei nutzen und die Neugier führt immer wieder dorthin.

Anika Meier hat dies alles ungeheuer scharfsinning und detailliert dargestellt. Sie zeigt auch auf, wie dies die Werbelandschaft verändert hat. Während früher Anzeigen verkauft wurden, werden heute über die Fotos und Themen direkt und indirekt Themen und Botschaften vermischt. Damit verdient man Geld:

„Der Berliner Thomas Kakareko, @thomas_k auf Instagram, 662.000 Follower, 31 Jahre, ist für seine Fotos aus der Hauptstadt bekannt. Seit Juli 2012 lebt er von Instagram, er ist einer der Partner in der Berliner Agentur Visumate für visuelle Kommunikation und Influencer-Marketing. Angefangen hat er vor sechs Jahren – ganz klassisch als Straßenfotograf. Mittlerweile erkundet er verlassene Orte und Dächer, um ganz nah am Himmel über Berlin den Sonnenuntergang einzufangen. Er selbst nennt sich Fotograf und Content Creator. Unternehmen buchen ihn, damit er kampagnenbasiert Inhalte für den Firmen- und seinen eigenen Instagram-Kanal produziert. “

Das Medium ist die Botschaft.

Schöne bunte Fotos aus dem Umfeld der Themen, für die bezahlt wird, sonst nichts.

Daneben nutzen auch Fotografen Instagram, um visuell auf etwas aufmerksam zu machen.

Ich nenne als Beispiele einer anderen Liga James Nachtwey und Martin Parr.

Da haben die Fotos auf Instagram einen sozialen Sinn, der über das Verkaufen von Produkten hinausgeht. Da zeigt man auch keine Selfies oder Cocktails, die man gerade trinkt.

Es geht dabei um Aufmerksamkeit, um sich einem Thema zu nähern, das sozial relevant ist und außerhalb von Instagram erst vertieft werden kann.

Während sich also Instagram für rein visuelle Menschen in sich selbst erschöpft, kann es für andere ein Zugangspunkt sein, um mehr zu erfahren.

Wer mehr will als ein paar kleine Bildchen kommt dort sowieso nicht weiter.

Das sind aber andere Menschengruppen.

Wer beispielsweise hier liest, der will lesen und interessiert sich für genau die Zusammenhänge zwischen alter Kommunikation und neuer Kommunikation. Fest steht ja, daß die neue Kommunikation die alte Kommunikation nicht ersetzen kann.

Mann kann zwar ohne Bücher leben aber es ist ein anderes Leben. So ist dies auch mit der visuellen Kommunikation. Man kann sich auf die rein visuelle Kommunikation beschränken aber so beschränkt ist dann auch die Kommunikation.

Insofern ist das Anschauen schöner bunter Bilder heute eine Möglichkeit der neuen Kommunikation aber kein Ersatz für substanzielle Auseinandersetzungen mit einem Thema oder für spezielle Fotografie.

Ich hoffe, Ihnen ist dieser Zusammenhang der sozialen Gebrauchsweise der Fotografie in der neuen visuellen Kommunikation jetzt genau so klar geworden wie mir.

Danken möchte ich noch einmal Anika Meier, die einen wirklich unglaublich guten Artikel dazu geschrieben hat.

Irgendwann – vielleicht alle zehn Jahre – faßt eine Person in einem Text Veränderungen so in Worten zusammen, daß die Jahre davor und die Jahre danach klar sind und einen ungeschönten Blick auf die Zusammenhänge ermöglichen. Das sind die Diamanten unter den Texten und die Leuchttürme im Meer der Buchstaben. Und sie sind viel Arbeit.

Das ist so ein Artikel.

Gut gemacht und wirklich eine Leseempfehlung zur Horizonterweiterung.

 

 

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