Haiku fotografieren von Martin Timm

Haiku fotografieren von Martin Timm

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Kann man mit einer Kamera dichten?

Eigentlich nicht, wenn es um Texte geht. Aber weil Texte Klang erzeugen und dieser in die Seele geht über die Ohren so wie Bilder und Eindrücke über die Augen – genau deshalb kann man dann doch irgendwie dichten.

Haiku und WabiSabi sind die Schlüsselwörter in dem Buch von Martin Timm.

„Ein neuer Ansatz für die Naturfotografie“ ist der Untertitel dieses sehr schön gemachten Buches.

Loslassen und zulassen waren die Worte, die mir beim Anschauen und Lesen dieses Buch einfielen.

Es ist ein Buch voller Freiheit, weil es darum geht sich von den Zwängen zu lösen, die die Fotografie als Abbild erfordert.

Der Weg ist das Ziel, der Umgang mit sich, und die dabei entstehenden Fotografien sind Ausdruck des Nicht-Sichtbaren dabei. Das wird dann in den Fotografien sichtbar.

„Stattdessen fotografiere ich, indem ich hier und jetzt mit der Kamera nur auf das reagiere, was sich spontan ergibt. Bilder, Sequenzen, alles entwickelt sich fast von selbst, etwas so wie ein spontaner Plausch mit einer fremden Person, die mir zufällig begegnet. Ein Foto, das bei null beginnt, wird gut…. Auf genau diese Art und Weise entsteht die Bilderwelt, um die es hier geht.“

Soweit die Worte von Martin Timm.

Das Beispiel ist gut gewählt.

Denn wenn ich einem Fremden begegne, wie viel lasse ich zu, was lasse ich los, wie fühle ich mich frei, wie stelle ich mich dar, wo lasse ich mich los?

Das Buch enthält Anleitungen, Erfahrungen und viele Fotos, die zeigen, was dabei herauskommt, wenn „die Freiheit im Garnichts“ beginnt.

„Mit der Kamera zeige ich nicht mehr, wie etwas aussieht – ich zeige, wie es stattfindet.“

So ist dieses Buch nur erfahrbar, wenn man sieht und liest und dies zuläßt.

Hinweisen möchte ich noch darauf, daß es sich nicht um Fengshuifotos handelt, die Energie „einfangen“, um sie visuell beim Ansehen wirken zu lassen. Hier geht es um das Innere, das Subjektive, das eine „Einübung ins Jetzt“ mit Hilfe der Kamera vornimmt.

Martin Timm und der Verlag haben hier ein sehr schönes und sehr gehaltvolles Buch vorgelegt.

Es ist im Fotoforum-Verlag erschienen.

Haiku fotografieren.
Ein neuer Ansatz in
der Naturfotografie

Scharf? Unscharf? Mit diesen Kategorien ist die Naturfotografie von Martin Timm nicht zu fassen. Haiku-Fotografien besitzen einen speziellen Charakter, sie entstehen gelöst von der Suche nach dem perfekten Motiv und sind eine Mischung aus Meditation und Fotografie. In seinem neuen Buch stellt Fotokünstler Martin Timm sein Konzept „Haiku fotografieren“ vor, das auf der japanischen Zen-Tradition fußt. Es ist der spannende Aufbruch zu neuen Wegen in der Naturfotografie.

Was ist Haiku?
Im Ursprung ist ein Haiku ein minimalistisches Naturgedicht aus der Zen-Tradition. Die Leichtigkeit dieser Poesie inspiriert Martin Timm zu einem kompletten Umdenken bei seiner Arbeit als Naturfotograf. Er bewegt sich weg von den klassisch-schönen Landschafts- und Pflanzenfotos. Stattdessen setzt er die Motive mit der Kamera so ins Bild, wie es die Dichter der japanischen Klassik pflegten: nicht als schönen Zustand, sondern als zufälliges Geschehen. Der Moment wird zum Motiv. Dabei kommt auch all das vor die Linse, was verdorrt, matschig oder entwurzelt ist. Das Ergebnis sind reduzierte, teils abstrahierte Aufnahmen, die durch ihre unaufgeregte Unschärfe gängige ästhetische Muster verlassen und den Raum für das ganz persönliche Erlebnis von Schönheit öffnen.

Erfahren Sie noch mehr über das Buch:
https://www.fotoforum.de/haiku

ISBN 978-3-945565-01-8
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