Nach der Photokina 2016 – wie man in die Zukunft denkt

Nach der Photokina 2016 – wie man in die Zukunft denkt

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Tun wir doch mal so als ob wir von fotografischen Entwicklungen nichts wissen würden.

Wir stellen uns also ganz dumm und wollen eine Digitalkamera kaufen.

Fotografieren können wir schon, weil wir jahrelang ein Smartphone nutzen.

Aber ob aus Spaß, Prestige oder Lust, jetzt wollen wir mehr.

Wenn wir eine Kamera haben wollen, die mehr kann als ein Smartphone, dann bieten uns die Hersteller folgendes an:

  • Aufsätze mit Griff und Modul, um aus einem platten Smartphone eine griffige Kompaktkamera zu machen
  • eigenständige Kameras mit Wechselobjektiven, die von der Bedienung her dem Smartphone ähneln
  • Touchmonitore, um exakt weiter mit Apps zu arbeiten wie wir es kennen

So geht man vor, wenn man einen Menschen dort abholt, wo er herkommt.

Das wäre für mich auch die Logik der Zukunft.

Denn so gut wie jeder hat mindestens ein Smartphone und so gut wie jeder kann heute schon damit fotografieren.

Warum sollte es dann schwieriger werden, wenn ich auf eine Kamera umsteige?

Eben – da fängt dann das alte Denken an mit Blende und Verschlusszeit und Bokeh und Juchhee.

Parallel daneben gibt es noch die alte Welt, aus der ich auch komme. Mir macht es Spaß, Technik einzusetzen, weil ich bestimme Bereiche der Fotografie und bestimmte Themen umsetzen will. Dafür sind manche Kameras und manche Bedienkonzepte besser geeignet.

Solange ich selbst Fokus und Lichteinsatz steuern will, bleibt dies auch so. Für alles andere reicht eine Vollautomatik, egal ob im Smartphone, in einer Brille oder als Actioncam oder in einer Drohne.

Insofern ist man nicht mehr gezwungen, etwas zu kaufen, um Fotos machen zu können sondern heute muß umgekehrt gedacht werden.

Genau hier können Blicke zurück helfen, um Konzepte neu aufzulegen oder besser nicht mehr aufzulegen.

Übrigens war der Sucher ja auch schon fast abgeschafft bei den Digitalkameras. Er ist aber mit Recht wieder zurückgeholt worden, weil Sucherfotografie eben viel intensiver ist und auch ganz anders. Und nur weil heute noch mehr Smartphones verkauft werden, bedeutet dies nicht, daß der Sucher zurückgedrängt wird. Ganz im Gegenteil. Der Sucher ist ein Alleinstellungsmerkmal von Digitalkameras und er ist ein wichtiges Instrument für intensiv-konzentriertes Fotografieren für viele Fotografierer und Fotografen.

Doch weil morgen nie gestern ist und soziale Wünsche und Einstellungen sich ändern, bleibt dies alles in Bewegung.

Heute helfen allerdings neue technische Entwicklungen, wobei auch dies nur bedingt stimmt.

So hatte ich gedacht, daß die dicken Objektive endlich verschwinden und durch leichtere mit gleichen Fähigkeiten abgelöst werden. Da hatte ich wohl falsch gedacht, obwohl es dies auch gibt. Aber der Trend geht eben immer noch zu dick und schwer, es sei denn, man wechselt zu einer neuen Bridgekamera.

Das neue Denken ist auf digitalkamera.de von Jan-Markus Rupprecht am Beispiel der Yi M1 sehr schön dargestellt worden. Und es ist auch auf der photokina ein Hingucker gewesen. Aber auch dort ist nicht alles neu.

Wir dürfen also gespannt sein, wie es weitergeht.

Als 2012 bis 2014 Samsung und Panasonic ihre Smartphone ähnlichen Kameras vorstellten, z.T. mit integriertem Smartphone, da war dies damals der falsche Weg zum Markt des Zeitgeistes.

Aber wie nun zu sehen ist, geht es weiter, immer weiter, das steht fest.

Allen gemeinsam ist, daß am Ende der Technik ein Foto rauskommt.

Und damit sind wir mittendrin in der Welt und dem, was wir sehen, wollen und nicht sehen wollen bei den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie.

 

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