Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Streetfotografie ohne Kameraindustrie

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Thomas Kakareko heißt der Mann. Mir war er unbekannt bis ich eine Presseinformation erhielt.

Dort las ich: „Berlin, 01. Juli 2015. Hotel Indigo, die Boutiquemarke der InterContinental Hotels Group® (IHG®), startet eine Workshopreihe für Smartphone-Fotografie. Sie wird diesen Sommer im Rahmen der Partnerschaft von Hotel Indigo mit der World Photography Organisation (WPO) veranstaltet. Renommierte Smartphone-Fotografen leiten die Workshops in ausgewählten Hotels in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Finnland. Hotelgäste, Anwohner und andere Fotobegeisterte lernen dabei, wie sie qualitativ hochwertige und ausdrucksstarke Fotos mit ihren Smartphones machen.

Der Workshop im Hotel Indigo Düsseldorf wird von dem bekannten Instagram-Fotografen Thomas Kakareko geleitet. Kakareko zählt zu den bedeutendsten Street-Fotografen Europas. Seine Schwarz-Weiß-Fotos von urbanen Landschaften und Locals begeistern mittlerweile 627.000 Follower seines Instagram-Accounts „Thomas_k“. Als Experte für Fotocontent auf Social-Media-Kanälen bietet Kakareko den Teilnehmern des Workshops exklusive Insights ins Fotografieren mit dem Smartphone.

„Ich möchte den Teilnehmern zeigen, dass man kein teures Equipment braucht, um die Facetten einer Stadt im Foto festzuhalten“, sagt der Instagram-Experte. „Jeder kann tolle Bilder machen, wenn er die Grundlagen für Bildgestaltung und ein paar Tricks kennt.“ Im Workshop bietet er einen Überblick über neue Apps und Techniken, geht auf Themen wie Bildgestaltung und Bildbearbeitung ein und gibt Tipps zur Verbreitung der Fotos in sozialen Netzwerken. Der Fokus liegt auf „Urban Photography“. Der Workshop findet am 30. Juli im Hotel Indigo Düsseldorf – Victoriaplatz statt.“

Er gilt als einer der bedeutendsten Street-Fotografen Europas?

Für wen gilt er als …? Seltsam, hmm.

Nun gut! Und er benutzt ein Smartphone und sonst nichts.

Und Street photography?

Christina Nordham Andersen fragte ihn: „You have described yourself as a street photographer. What does this term mean to you? I am real curious about what attracts your eye when you are out and about taking photos?

T: To me it‘s just a term. I don‘t think a lot about who I am or what I do while shooting, I just do it.“

Für ihn ist also die Zuordnung als Streetfotograf nur irgendein Ausdruck.

Er nutzt das Smartphone mit Filtersoftware und lädt alles auf instagram.

Das ist eine der neuen sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie, die völlig ohne Kameraindustrie auskommt und natürlich ohne die Debatten, die man führt, wenn es um Freistellung, Bokeh und vieles mehr geht.

Es wird hinterher gefiltert, alles andere fällt eher weg inklusive vieler optischer Gestaltungsmöglichkeiten wie das Spiel von Vordergrund und Hintergrund etc.

Dann wäre aber die Frage zu stellen, warum dann Instagram, wo doch eine Kamera allein so viel mehr bietet?

So gesehen ist Streetfotografie eben nur ein Wort, das für Attraktion sorgen soll. Das ist in der Welt des social Marketings konsequent zu Ende gedacht und umgesetzt. Auch hier ist das neue Image der Streetphotography zu erleben.

Zudem wird hier bemerkenswert deutlich, was ich meinte, als ich die Frage stellte, ob die Kinder im Zoo später noch eine Kamera kaufen?

Eine Antwort lautet NEIN, wenn wir auf Thomas K und andere schauen. Man weiß aber nicht, ob das Smartphone ein Leben lang reicht.

Aber hier wird deutlich, welche Maßstäbe für Fotos akzeptiert sind und welche Art des Fotografierens immer mehr Anhänger hat.

Da sich die Filter-Fotografie ja bis in die Zeitungen durchgesetzt hat und zugleich Journalismus heute ebenfalls das Smartphone als Basis hat (wie ich am Beispiel der Wochenzeitung DIE ZEIT einmel herausgearbeitet habe), ist die Plattform für die neue Zeit geschaffen.

Die Welt ist flach – so flach ist die Welt und sie gefällt immer mehr, denn es ist nicht schwer dazuzugehören.

Insofern konnte ich an diesem Beispiel eine wesentliche neue Gebrauchsweise der Fotografie herausarbeiten.

Aber ich möchte hier nicht enden sondern über Ed Kashi schreiben. Der macht nämlich auch Fotos auf instagram. Die sind aber anders und zeigen auch Inhalte, die was erzählen über das Alltägliche hinaus.

Er hat sich auch zum Thema Fotojournalismus in Zeiten von instagram geäußert.

Man verdient nichts mit den Fotos auf Instagram und gibt seine Rechte ab bzw. räumt anderen weitgehende Rechte ein.

Und dann?

Es kommt darauf an, wofür ich Instagram nutzen will. Offenkundig geht es um Aufmerksamkeit, um dadurch Kunden für andere Angebote zu gewinnen. Fotografie dient als Massenstrom der Kundengewinnung für …?

Nun waren dies Blicke auf die Welt von Instagram. Das ist aber nur eine Welt von einigen parallelen Welten.

In allen hier genannten Fällen kommt die Kameraindustrie nur noch als Zulieferer für das Smartphone vor.

Bei Ed Kashi kommt sie dann vor, wenn dadurch Fotoaufträge mit kompletten Digitalkameras außerhalb des Smartphones ausgeführt werden sollen.

Und ich muß sagen, wenn die Welt nur noch aus Instagramfotos bestehen würde und nicht mehr aus gestalteter Fotografie, dann wäre sie mehr als flach, sie wäre platt – auch wenn mir das keine Follower bringen sollte.

In diesem Sinne!!!

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