Weiterführende Maßnahmen zur Ermittlung der Entwicklungszeit N

Weiterführende Maßnahmen zur Ermittlung der Entwicklungszeit N

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Die 3 gleichgroßen Stücke der Zone VIII Negative liegen sicher und Lichtdicht verpackt in einer Box oder Ähnlichen.

Als nächstes werden wir ausloten wie viel Sekunden wir benötigen, wenn wir das Positivpapier durch klaren Film belichten und das Schwarz auf dem Positivpapier nicht mehr schwarzer wird. Unser Vergrößerer wird so eingestellt, dass wir ein 24x30cm großes Positivpapier belichten können. Die Ausleuchtung kann auch etwas größer sein.

Dann legen wir irgendein Negativ in die Vergrößerermaske und stellen es scharf, entnehmen es und legen das klare Negativ ein, dass mit aufgesetztem Deckel gemacht wurde.

Die Zeitschaltuhr wird auf 3 Sekunden gestellt, Blende auf f16 und die Gradation auf 2. Es werden ca. 3cm breite Streifen belichtet. Dafür eignet sich ein schwarzer DinA3 Karton.

Wir beginnen mit der ersten Belichtung und belichten das ganze Positivpapier 3 Sekunden lang. Nach 3 Sekunden erlischt die Lampe und wir schieben den Karton ca. 3cm nach links, wir decken also 3cm vom Papier ab. Das machen wir bis zum Ende hin. Das Papier wird nach Herrstellerangaben entwickelt und getrocknet.

Foto 3a

dmax-Film-GUT Bei 6×3 Sekunden wird das Positivpapier nicht mehr schwärzer

Nach dem Trocknen schauen wir uns das belichtete Papier (Siehe Foto 3a) genau an und suchen den Streifen, wo das Schwarz nicht mehr schwarzer wird. Zählen die Streifen vom Anfang ab und multiplizieren mal 3. Falls wir bei dem dem Test kein eindeutiges Schwarz gefunden haben, wählen wir eine größere Blende und wiederholen den Test nochmal.

Foto 3b
dmax-Film-Nicht-GUT   Hier kommt das Schwarz zu spät bei ca. 9×3 Sekunden

Das erste Schwarz sollte bei ca. 18 Sekunden erscheinen. Ab diesem Zeitpunkt können wir genau und kontrollierbar das erste tiefe Schwarz auf unserem Positivpapier mit unserem klaren Negativ herstellen, unter der Berücksichtigung, dass wir die Entwicklungszeiten des Negativs und des Positivpapier nach Herrstellerangaben genau einhalten und haben somit unsere Werte für Zone I definiert.

Unser Ziel war es Zone I – Zone VIII reproduzierbar zu machen.

Also müssen wir nun ausloten wie wir das erste durchgezeichnete Schwarz Zone VIII auf unser Positivpapier bringen.

Dazu entwickeln wir den ersten Teil unseres Zone VIII Streifens wie üblich nach den Herstellerangaben und trocknen ihn. Legen wieder ein reales Negativ in unsere Vergrößerermaske und stellen es scharf. Ersetzen es durch das Zone VIII Negativ und legen ein neues Positivpapier in unseren Vergrößerungsrahmen.

Die Höhe Vergrößerungskopf und die Blende wurden während sämtlicher Tests nicht verändert. Ich rate auch dazu sich alle Werte der Höhe des Vergrößererkopf, Blenden, Objektive, Materialien wie Negativ Material und Temperaturen penibel aufzuschreiben, um später drauf zurückgreifen zu können.

Ist alles gut vorbereitet nehmen wir uns wieder den schwarzen DinA3 Karton zur Hand und bedecken eine Hälfte des Papiers damit. Jetzt starten wir die Belichtung und zwar 6×3 Sekunden lang, da wir beim Zone I Test die 18 Sekunden ermittelt haben und somit genau die gleiche Zeit.

Das Papier wird entwickelt und getrocknet. Bei der Prüfung des Papiers wird es nun Interessant, da nach einem Unterschied zwischen dem Papierweiß und der Schwärzung(leichtes grau, siehe Foto 3c) des Positivpapiers geschaut werden muss. Der Unterschied sollte nicht allzu groß sein, da wir ja das erste durchgezeichnete Schwarz suchen. Ist der Unterschied zu groß, also die Schwärzung zu groß. müssen wir den Test wiederholen und den zweiten Negativstreifen um 25% länger entwickeln. Entsprechend verkürzen wir die Entwicklungszeit, wenn überhaupt kein Unterschied zu sehen ist.

Foto 3c
Zone-VIII
Auf einem nicht kalibrierten Monitor, wird man keinen Unterschied feststellen können!
Das Grau sollte nur ein Hauch sein und gibt z.B. Schnee in der Sonne wieder

Das Ziel ist erreicht und wir haben die richtige Entwicklungszeit N für unsere Film/Entwickler-Kombination gefunden.

Unsere zukünftigen Negative werden annähernd perfekte Dichten haben und wir können genau die Situationen auf dem Positivpapier wiedergeben, wie wir sie vor dem Fotografieren mit dem Belichtungsmesser/Spotmeter gemessen haben. Diese Anleitung ist für Anfänger. oder diejenigen gedacht, die ihre Kenntnisse auffrischen möchten. Es gibt im Internet weitaus wissenschaftlichere und in der Thematik genauere Anleitungen, als die Vorliegende. Ich hoffe aber sehr, dass sie an meiner  Interesse gefunden haben.

In einem meiner nächsten Themen, werde ich ihnen zeigen, wie man eine perfekte Kontaktkopie anfertigt.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Gwose

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